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Zuletzt aktualisiert am   07.08.05

Moritz

Er ist im Juni 1998 geboren. Seit Mai 2000 verschönert er mein Leben und ich hoffe, ich auch seines. Er ist ziemlich genau so majestätisch, wie er auf diesem Bild aussieht. Nur gelegentlich springt ihm ein Draht aus der Mütze und er benimmt sich wie ein junges Kätzchen. Alle, die uns kennen behaupten, daß Moritz mich voll im Griff hat und absolut der Herr im Haus ist.

Moritz hat schon viel erlebt und viel gesehen. Geboren wurde er in der Türkei, wo er bei Amerikanern aufwuchs, die dort stationiert waren. Als sie nach Deutschland versetzt wurden, nahmen sie Moritz mit. Doch irgendwann wollte die Familie wieder zurück in die USA und beschloß, Moritz einfach zurückzulassen. Er wurde dann kurzfristig von Nachbarn der Amis aufgenommen, hatte dort aber massive Probleme mit den schon vorhandenen Katzen. Also landete er irgendwann bei der Katzennothilfe Frankfurt (Felidae).

Irgendwann Anfang 2000 beschlossen meine damalige WG und ich, daß es doch sehr schön wäre, wenn wir eine Katze bei uns aufnehmen würden. Eigentlich ist eine WG das absolute Katzenparadies. Immer ist jemand da, es gibt unzählige Betten und es findet sich immer jemand, der krault und streichelt. Also machten wir uns auf die Suche nach einer passenden Katze. Unsere Vorstellungen waren ziemlich präzise, was es nicht gerade einfach machte. Es sollte ein Kater sein, bei so vielen Leuten sollte er nicht ängstlich sein, er sollte Einzelgänger sein, weil es Leute in der WG gab, die zwei Katzen zu viel fanden und natürlich sollte er uns mögen. Die Tierheime haben uns alle einen Vogel gezeigt, so nach dem Motto "sollen wir ihnen einen passenden backen?". Eines Tages als ich mal wieder im Internet nach einer Tierschutzorganisation in unserer Nähe suchte, an die wir uns noch nicht gewandt hatten, stieß ich auf dieses Foto

Foto von der Katzennothilfe Frankfurt

und habe mich direkt in diesen wunderschönen Kater verliebt. Meine Mitbewohner fanden ihn auch ganz toll und so haben wir uns bei ihm beworben ;-) Zum Glück war es nicht nur bei mir Liebe auf den ersten Blick, sondern auch bei Moritz. Also zog er bei uns ein.

Moritz hat diese Zeit in seinem 180 qm Revier sehr genossen. Leider ist es in WGs ziemlich genau so, wie man es aus den unzähligen Klischees kennt. Keiner fühlt sich für irgendetwas verantwortlich und wenn es allen Bewohnern in den Sinn kam, am Wochenende wegfahren zu wollen, wurde kein Gedanke daran verschwendet, wer sich denn wohl in der Zeit um Moritz kümmert. Tja, die einzige Person, die in dieser chaotischen Gemeinschaft immer zu Hause blieb, damit Moritz versorgt wurde, war ich.

Im August 2003 zog ich aus der WG aus und nahm Moritz mit, da nicht damit zu rechnen war, daß er dort vernünftig versorgt wird und ich auch nicht ohne meinen herzensguten, bekloppten Kater leben wollte.

Ich dachte, daß es für Moritz hart wird, von einer 180qm Wohnung mit unzähligen Leuten in eine 56qm Wohnung mit mir alleine zu ziehen. Aber wie immer hat mich mein Süßer überrascht. Er hat es anfangs sehr genossen, mit mir alleine zu sein und wurde zutraulich wie nie zuvor.

Nur mir ging es immer schlechter damit. Ich hatte ständig ein schlechtes Gewissen, wenn ich mal länger arbeiten mußte oder abends mal weggehen wollte. Also beschloß ich im Frühling 2003, daß Moritz einen Gefährten bekommen soll. Allerdings habe ich mir große Sorgen gemacht, ob das funktionieren wird. Wir hatten Moritz mal für einen Tag zu Nachbarn gegeben, weil bei uns eine große Fete war und das für ihn einfach zu viel Trubel gewesen wäre. Die haben auch zwei Katzen. Das war eine einzige Katastrophe. Er hat den ganzen Tag geheult und geweint, wenn er die anderen Katzen gesehen hat. In der Katzennothilfe war er auch in Einzelhaft, weil es mit den anderen Katzen gar nicht ging. Also war die Idee, eine zweite Katze zu holen, ein großes Wagnis.

Tja und dann kam Murphy...

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